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Krieg und Frieden in Nah-Ost

Krieg und Frieden in Nah-Ost

Diese Themenreihe befasst sich mit dem Nahost-Konflikt. Beleuchtet sollen primär Meinungen, Ausblicke und Ursachen des Konfliktes und weniger Updates zu täglichen Geschehnissen. Für diese Informationsaufnahme sind etabliertere Medienhäuser wie Reuters oder New York Times die bessere Anlaufstelle. Ergebnis dieser Themenreihe soll ein ausgereiftes Dossier in Form einer Ausarbeitung für permanenten Frieden darstellen.

 

Artikel 1

Seit über zwei Monaten wird im Nahen Osten Krieg geführt, doch ein wirkliches Ende scheint nicht in Sicht zu sein. Verhandlungen werden verschoben, position papers werden außer Acht gelassen und generell sieht die Situation sehr festgefahren aus. Ich meine, vor ein paar Wochen noch, schockierten die Bilder des Militärschlages gegen den Iran die Medien, man sprach von der Möglichkeit für einen Regime-change. Doch von diesem ach-so-tollen Regime-change, geschweige denn einer anderen Lösung des Konfliktes fehlt jede Spur. Ich möchte mich also mit einer Form eines Friedens befassen, also mit einem Friedensvertrag, der so viele Argumente und Standpunkte beider Konfliktparteien wie möglich miteinschließt. 

 

Um Frieden zu schließen, sollte man erst einmal verstehen, was genau Frieden ist, denn hier gibt es signifikante Unterschiede was die Definitionen angeht. Außerdem ist es essenziell sich mit den Ursachen des Konfliktes zu befassen und sich neutral mit beiden Positionen zu befassen. Nur so kann garantiert werden, dass ein fairer Kompromiss ohne Bevormundung einer Partei geschaffen wird. Wichtig ist, genug auf beide Parteien einzugehen, also einen Kompromiss zu formulieren, der von beiden tatsächlich anerkannt und umgesetzt wird. Sollte hier nur die geringste Ungenauigkeit bestehen, so wird ein dauerhafter Frieden unwahrscheinlich, bis gänzlich unmöglich.

 

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Foto: Omar Ramadan
Foto: Ahmed Akacha

In der Philosophie unterscheidet man zwischen zwei zentralen Friedensbegriffen, dem positiven Frieden und dem negativen Frieden. Während der negative Frieden lediglich das Fehlen von Krieg und direkter physischer Gewalt beschreibt, schließt der positive Frieden außerdem zunehmende Gerechtigkeit ein, also das etablieren von sozialer Gerechtigkeit und das Schaffen einer Friedenskultur.

Wenn man nun an einen Friedensvertrag denkt, könnte man meinen, dass ein Waffenstillstandsabkommen, also ein Abkommen auf den negativen Frieden konzentriert, völlig ausreichen würde, um die Situation bis auf weiteres zu deeskalieren. Doch meiner Meinung nach ist dies ein extrem gefährlicher Trugschluss.

Frieden beginnt nicht dort, wo Waffen schweigen, er beginnt im Kopf. Als Beispiel könnte man den Kalten Krieg nehmen, denn ich bin mir sicher, dass niemand von Friedenszeiten sprechen würde, wenn es um die Zeit des Kalten Krieges geht.

Das bloße Weglegen von Waffen ist nur dann zielführend, wenn eben auch friedensorientiertes Gedankengut geschaffen wird – also ebendiese Friedenskultur.

Eine reine Umsetzung des negativen Frieden, bzw. den Fokus nur auf diese Form zu legen, bringt, wie man sieht, wenn man sich den Nahost-Konflikt seit 1948 anschaut, kaum etwas bis nichts. All die Friedensbemühungen basierend auf negativem Frieden enden früher oder später in einem weiteren Konflikt. Doch möchte ich die Errungenschaften, die tatsächlich einen wertvollen Beitrag zur Friedensschaffung beitragen haben auch erwähnen. In der Resolution 242 von 1967 des UN-Sicherheitsrates wurde das Projekt „Land gegen Frieden“ eingeführt und von den früher 1990er Jahren bis in die 2000er Jahre umgesetzt. Das Ende des Projektes wurde durch den Abzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen im 2005 besiegelt. Auch wenn die Resolution bereits im Jahre 1967 verabschiedet wurde kann man dennoch sagen, dass die Jahre von 1993 bis 2005 „tendenziell“ etwas mehr von Frieden geprägt waren als davor und danach. Grund hierfür war auch das Oslo Abkommen, welches von Israels Premier Jitzchak Rabin und dem Präsidenten der PLO Jassir Arafat unterzeichnet wurde. Wichtig ist hier, zu beachten, dass diese Friedensbemühungen über das Gebiet des negativen Friedens herausgingen und so mehr in Richtung positiver Frieden ermöglichten.

Ein Friedensabkommen muss deshalb Aspekte beider Friedensbegriffe beinhalten. Es braucht den negativen Frieden, um den positiven Frieden erst überhaupt möglich zu machen. Wiederrum braucht es den positiven Frieden, um den negativen Frieden zu schützen. Um das bestmöglich umzusetzen beschäftige ich mich mit verschiedenen Verhandlungsstandpunkten beider Parteien, um einen möglichst fairen Kompromiss zu finden, der einen nachhaltigen und ernsthaft realisierbaren Frieden garantiert.

Im zweiten Artikel werde ich mich mit einer umfangreichen Recherche über die aktuellen Positionen der Konfliktparteien befassen. Nicht zu vergessen ist das Berücksichtigen der historischen Ereignisse, welche den Verlauf des Konfliktes stark geprägt haben.

 

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