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Klimawandel

Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Menschenrechte

Der Klimawandel ist längst nicht mehr nur ein Umweltproblem – er bedroht auch grundlegende Menschenrechte. Laut dem IPCC leben heute bereits 3,3 bis 3,6 Milliarden Menschen in Regionen, die durch extreme Wetterereignisse gefährdet sind. Die Weltbank warnt davor, dass bis 2030 bis zu 130 Millionen Menschen zusätzlich in Armut geraten könnten – eine direkte Folge der klimatischen Veränderungen.

Auch in Deutschland sind die Auswirkungen spürbar: Seit 1881 ist die Durchschnittstemperatur um 1,6°C gestiegen. Hitzewellen und Dürren nehmen zu, was nicht nur die Umwelt belastet, sondern auch die Lebensqualität der Menschen beeinträchtigt. Weniger Ressourcen bedeuten weniger wirtschaftliche und soziale Entwicklungsmöglichkeiten.

Die steigenden Temperaturen verändern unsere Umwelt auf vielfältige Weise: Mehr Hitzetage, intensivere Stürme und längere Blütezeiten beeinflussen Flora und Fauna. Fischbestände verlagern sich, und die natürliche Vielfalt gerät aus dem Gleichgewicht. Gleichzeitig steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, da extreme Hitze den Körper belastet.

Der Klimawandel ist eine globale Herausforderung, die entschlossenes Handeln erfordert. Es ist höchste Zeit, nachhaltige Lösungen zu fördern und den Schutz der Menschenrechte in den Mittelpunkt der Klimapolitik zu stellen.

Lösungsansätze

Der Klimawandel betrifft also jedermann. Genau deshalb befassen sich viele Forschungsinstitute mit den Ursachen und größten Baustellen des Klimawandels. 

Ein Punkt, der besonders häufig im Fokus der Medien und der Politik landet, ist die sogenannte Energiewende. Laut einer Studie der statista betrug der Anteil der erneuerbaren Energien im Mai 2025 in Deutschland an der Last 67,8 % und der Anteil an der Erzeugung 72,4 %. Deutschland produziert also mehr Strom aus EE, als benötigt. Diese Zahlen hören sich auf den ersten Blick einmal sehr gut an. Doch das schauen wir uns im nächsten Absatz genauer an, denn es gibt hier vieles zu beachten. 

Wo Deutschland auf Kurs liegt – und wo nicht

Der Stromsektor entwickelt sich zum Hoffnungsträger: Schnell wachsende Wind- und Solarparks sowie der Kohleausstieg sorgen dafür, dass der Strom schon Ende dieses Jahrzehnts deutlich sauberer wird. In der Industrie dagegen kommen die Emissionen zwar merklich herunter, doch ohne bezahlbaren grünen Wasserstoff, CO₂-Abscheidung und billigeren Ökostrom droht der Fortschritt ab 2035 fast zu stagnieren. Am schwierigsten bleibt der Verkehr: Selbst wenn mehr Elektroautos zugelassen werden, heben Lkw-Verkehre und steigender Straßengütertransport die Einsparungen weitgehend auf. Auch im Gebäudesektor klafft eine große Lücke – zu wenige Sanierungen und zu wenige Wärmepumpen lassen die CO₂-Ziele in weite Ferne rücken.

Die fünf entscheidenden Hebel

  1. Erneuerbare doppelt so schnell ausbauen
    – Rund 22 GW Photovoltaik und 10 GW Windkraft pro Jahr sind nötig; heute wird nur etwa die Hälfte geschafft.

  2. Wärmewende beschleunigen
    – Eine Sanierungsrate von über 2 % jährlich und bis zu 500 000 neue Wärmepumpen pro Jahr würden den fossilen Heizbedarf massiv senken.

  3. Verkehr neu denken
    – 15 Millionen E-Autos bis 2030, ein Tempolimit sowie eine CO₂-abhängige Lkw-Maut könnten den Verkehr endlich auf Zielkurs bringen.

  4. Grüner Wasserstoff und CO₂-Speicherung für die Industrie
    – Zehn Gigawatt Elektrolyseleistung, staatlich garantierte Klimaschutzverträge und der Aufbau von CO₂-Pipelines sind Pflicht, wenn Stahl- und Chemiewerke klimaneutral werden sollen.

  5. Strammer CO₂-Preis und weniger Bürokratie
    – Ein CO₂-Preis deutlich über 150 € pro Tonne plus Genehmigungen in unter zwölf Monaten setzt die nötigen Investitionssignale.

Realistische Prognose

Hält Deutschland am jetzigen Tempo fest, verpasst es das 1,5-Grad-Ziel deutlich. Die 2030-Marke bleibt zwar knapp erreichbar, doch für echte Klimaneutralität 2045 klafft noch eine beträchtliche Lücke. Erst wenn alle oben genannten Hebel gleichzeitig gezogen werden – schneller Ausbau der Erneuerbaren, konsequente Effizienz-Offensive, mutige Preissignale und eine beschleunigte Transformation von Industrie und Verkehr – kann Deutschland glaubwürdig auf Pariskurs kommen. Das Fenster dafür ist offen, aber nicht mehr lange. Man sieht also, die Möglichkeiten und Chancen für eine gelungene Energiewende sind da, jetzt ist es an uns, diese auch zu nutzen.

Innovative Vordenker der grünen Energie

Grüne Energie – Innovative Lösungen für eine nachhaltige Zukunft

Die Energiewende erfordert kreative Ansätze, um erneuerbare Energien effizient zu nutzen. Eine vielversprechende Alternative sind sogenannte Flugwindkraftwerke, die Windenergie auf völlig neue Weise erschließen. Das deutsche Unternehmen EnerKite erforscht und produziert genau solche Flugwindkraftwerke, doch auch andere europäische startups investieren in diese Technologie.

Laut EnerKite selbst könnte das Unternehmen den Strompreis pro kWh auf zwischen 10ct pro kWh und 2ct pro kWh senken. Der aktuelle Durchschnitt pro kWh in Deutschland liegt zwischen 27ct pro kwh und 41ct pro kWh. Eine enorme Kostenvergünstigung, welche auch der Wirtschaft in die Karten spielen würde. 

Diese Technologie nutzt Kites – also Flugdrachen –, die in Höhen von 100 bis 300 Metern aufsteigen und dort die stärkeren und konstanteren Windströme nutzen. Dadurch kann mehr Energie erzeugt werden als mit herkömmlichen Windrädern am Boden.

Einige dieser Projekte werden bereits staatlich gefördert, und erste Anlagen sind erfolgreich verkauft worden. Dennoch gibt es Herausforderungen: Das vielversprechende Makani-Projekt wurde eingestellt, doch andere Unternehmen wie Eneglide treiben die Entwicklung weiter voran.

Flugwindkraftwerke könnten eine entscheidende Rolle in der Zukunft der grünen Energie spielen – eine nachhaltige Lösung, die neue Möglichkeiten für die globale Energieversorgung eröffnet.

Grüne Landwirtschaft

Ein weiterer ganz interessanter Ansatz im Kampf gegen den Klimawandel ist die sogenannte grüne Landwirtschaft. Ein Sammelbegriff für eine ganze Reihe von nachhaltigen Denkansätzen, die sich mit der Optimierung der konventionellen Landwirtschaft beschäftigt, um eine nachhaltigere Landwirtschaft zu schaffen. Das ist gerade deshalb so wichtig, da laut dem Umweltbundesamt rund 76 % der Methan- und 77,3% der Lachgas- Emissionen auf die konventionelle Landwirtschaft zurückzuführen sind. Es handelt sich also nicht nur um eine kleine Niesche, sondern um eine große Konstante, die den Klimawandel erheblich vorantreibt. Genau deshalb sind Ansätze, wie sie z.B. in der grünen Landwirtschaft umgesetzt werden, mehr als erstrebenswert.

Nachhaltige Landwirtschaft – Wege zu fruchtbaren Böden

Landwirte wie Lena und Philipp Adler setzen auf innovative Lösungen, um ihre Erträge zu sichern und gleichzeitig die Bodenvielfalt zu fördern. Sie bauen Gemüse auf über 100 verschiedene Arten an, wodurch Ernteausfälle abgefedert und die Biodiversität gestärkt werden. Diese Vielfalt unterstützt das natürliche ökologische Netzwerk und verbessert den Nährstoffaustausch – besonders wichtig für sandige Böden.

Konventionelle Landwirte wie Mark Daimiche verfolgen eine andere Strategie: Er verzichtet bewusst auf mechanische Intensivbearbeitung, wodurch sich seine Erträge langfristig stabilisiert haben. Auch der gezielte Anbau von Pflanzen, die den Humus stärken, sowie eine abwechslungsreiche Bodennutzung tragen zur Erholung der Böden bei.

Methoden, die ausschließlich auf maximale Erträge setzen, stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Stattdessen gewinnen nachhaltige Ansätze an Bedeutung, die den Erhalt und gezielten Wiederaufbau natürlicher Bodenfunktionen in den Mittelpunkt stellen. Dabei stellt sich die zentrale Frage: Wie lassen sich Wirtschaftlichkeit und nachhaltige Landwirtschaft sinnvoll kombinieren?

Die WOCAT-Datenbank bietet zahlreiche Ansätze zur Umsetzung nachhaltiger Landbewirtschaftung (SLM) und zeigt Wege auf, wie Landwirtschaft langfristig fruchtbar und ökologisch verantwortungsvoll gestaltet werden kann.

Weitere Auswirkungen

Nachhaltige Landwirtschaft spielt nicht nur für das Klima eine extrem wichtige Rolle, auch die enormen Auswirkungen der konventionellen Landwirtschaft auf Themen wie den Welthunger spielen eine große Rolle. Eine Übernutzung der Böden fördert die Versauerung und den damit verbundenen Nährstoffentzug der Böden. Um ein aktuelles Beispiel zu wählen, nehme ich Ägypten.

Ägypten ist eines der am schnellsten wachsenden Ländern Afrikas, jedenfalls was die Bevölkerung angeht. Mit einer Einwohnerzahl von 117,5 Millionen Einwohnern, von denen rund 95% im Nildelta leben, ist Ägypten das drittgrößte Land Afrikas nach Bevölkerungszahlen. Kairo ist mit seinen 22,18 Millionen Einwohnern die größte Stadt Afrikas.

Ein Land, welches so abängig vom Wasser des Nils ist, kämpft nun schon seit mehreren Jahren mit der Wasserknappheit. Auch ein regionaler Konflikt mit Äthiopien, bei welchem es um den Bau des äthiopischen Dammes GERD geht, baut den Druck auf die gesamte Region weiter aus.

Um Wasser zu sparen gibt es nun Anordnungen der Ägyptischen Regierung, gerade im Bereich der Landwirtschaft Wasser zu sparen. So mussten viele Reis- und Weizenbauern auf andere Pflanzen umsteigen, da der Anbau von Reis und Weizen sehr wasserintensiv ist. 

Gerade in Ländern, welche ohnehin schon von Wassermangel bedroht werden, sind die Auswirkungen nochmal extremer. Neben fehlendem Wasser in der Landwirtschaft spielen auch Dürren eine enorme Rolle. Ich spreche von vielen afrikanischen Ländern der Sahara-Zone aber auch von Ländern der Subsahara-Zone sowie von Ländern in Zentralasien und auch von europäischen Ländern des Mittelmeerraumes. Dürren sind mittlerweile auf jedem Kontinent normal und das ist meiner Erachtung nach, kein Anlass um tatenlos nichts zu tun, sondern neue innovative Lösungsansätze zu formulieren und auch umzusetzen.

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